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Inventing Shabbat
James Platania vertritt die These, dass der Schabbat weder ursprĂŒnglich bei der Schöpfung eingesetzt noch am Sinai als Gesetz erlassen wird, sondern in der WĂŒste Sin durch einen Prozess des Unterscheidens und Vollziehens entdeckt wird, der durch die interpretative Handlungsmacht des Mose vermittelt ist. Anhand von Exodus 15,22-16,36 zeigt er, dass der biblische ErzĂ€hler Mose als prophetischen Mittler darstellt, der frĂŒhere göttliche Rede in innovativer Weise auf neue Situationen hin auslegt, noch bevor ein ausdrĂŒckliches göttliches Gebot zum Schabbat ergeht. Der Schabbat entsteht somit innerhalb der gelebten Manna-Erfahrung Israels, vor der bundestheologischen Gesetzgebung, als eine Praxis, die innerhalb der narrativen Zeit erkannt und bestĂ€tigt wird. Der Autor verfolgt einen narrativen Ansatz, der in literarischer Poetik und Rechtshermeneutik verankert ist, liest das Exodusbuch aus der Perspektive eines Erstlesers und behandelt die Endgestalt des Textes als maĂgeblich. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Reden des Mose und ihrer attributionalen Bezugnahme auf frĂŒhere göttliche ĂuĂerungen sowie narrativen Leerstellen, die den Leser dazu anleiten, Prozesse der Auslegung und Rechtsinnovation zu erschlieĂen. Der spezifische Beitrag der Studie zur Forschung liegt darin, dass sie Narratologie und Rechtshermeneutik kontinuierlich miteinander ins GesprĂ€ch bringt. Indem der Autor schriftgelehrte Innovationsstrategien als innerhalb der erzĂ€hlten Welt in Szene gesetzt versteht, kann er Mose als exegetischen Prophet neu profilieren, dessen AutoritĂ€t rechtliche Entwicklung legitimiert. Geographisch ist die Studie in den WĂŒstentraditionen des Exodus verortet, zeitlich behandelt sie die vorsinaitische Phase der Wanderung Israels. Theoretisch bietet sie ein Modell zum VerstĂ€ndnis biblischen Rechts als narrativ vermittelt und dynamisch sich entfaltend, mit Implikationen fĂŒr die weitere Forschung zu Schabbat, Rechtsinnovation, prophetische AutoritĂ€t und die Komposition des Pentateuchs.
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James Platania vertritt die These, dass der Schabbat weder ursprĂŒnglich bei der Schöpfung eingesetzt noch am Sinai als Gesetz erlassen wird, sondern in der WĂŒste Sin durch einen Prozess des Unterscheidens und Vollziehens entdeckt wird, der durch die interpretative Handlungsmacht des Mose vermittelt ist. Anhand von Exodus 15,22-16,36 zeigt er, dass der biblische ErzĂ€hler Mose als prophetischen Mittler darstellt, der frĂŒhere göttliche Rede in innovativer Weise auf neue Situationen hin auslegt, noch bevor ein ausdrĂŒckliches göttliches Gebot zum Schabbat ergeht. Der Schabbat entsteht somit innerhalb der gelebten Manna-Erfahrung Israels, vor der bundestheologischen Gesetzgebung, als eine Praxis, die innerhalb der narrativen Zeit erkannt und bestĂ€tigt wird. Der Autor verfolgt einen narrativen Ansatz, der in literarischer Poetik und Rechtshermeneutik verankert ist, liest das Exodusbuch aus der Perspektive eines Erstlesers und behandelt die Endgestalt des Textes als maĂgeblich. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Reden des Mose und ihrer attributionalen Bezugnahme auf frĂŒhere göttliche ĂuĂerungen sowie narrativen Leerstellen, die den Leser dazu anleiten, Prozesse der Auslegung und Rechtsinnovation zu erschlieĂen. Der spezifische Beitrag der Studie zur Forschung liegt darin, dass sie Narratologie und Rechtshermeneutik kontinuierlich miteinander ins GesprĂ€ch bringt. Indem der Autor schriftgelehrte Innovationsstrategien als innerhalb der erzĂ€hlten Welt in Szene gesetzt versteht, kann er Mose als exegetischen Prophet neu profilieren, dessen AutoritĂ€t rechtliche Entwicklung legitimiert. Geographisch ist die Studie in den WĂŒstentraditionen des Exodus verortet, zeitlich behandelt sie die vorsinaitische Phase der Wanderung Israels. Theoretisch bietet sie ein Modell zum VerstĂ€ndnis biblischen Rechts als narrativ vermittelt und dynamisch sich entfaltend, mit Implikationen fĂŒr die weitere Forschung zu Schabbat, Rechtsinnovation, prophetische AutoritĂ€t und die Komposition des Pentateuchs.

